Welche Brillentrends erwarten uns auf den Winter hin?

Erstellt: 05.10.2017
Veröffentlicht in: Events

Interview mit Optiker Bernhard Baldinger.

Bernhard


Rund oder eckig? Schwarz oder farbig? Mit Labelname oder ohne? Beim Brillenkauf stellen sich viele Fragen. Bernhard Baldinger, der Geschäftsführer des Optikergeschäftes «Scharfmacher» lädt zum Experimentieren ein.

Passend dazu, veranstaltet «Scharfmacher» am 25. Oktober einen Workshop in der Europaallee: Die eigene Brille designen. Der Workshop eignet sich auch für Lesebrillen und Sonnenbrillen.
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Europaallee: Sind Sie kurz- oder weitsichtig?

Bernhard Baldinger: Kurzsichtig. Ich habe den «late advantage of the shortsighted». Wer kurzsichtig ist, braucht länger keine Lesebrille. Der Bedarf nach einer Lesebrille hat mit der schwindenden Elastizität der Linse zu tun und nicht mit den Augenmuskeln, wie man gemeinhin meint.

Kann man seine Augen und damit die Sehkraft fit halten?

Ja, in dem man auf sich achtet, sprich: Genügend Schlaf, gesunde Ernährung. Man kann die Umstände beeinflussen, aber nicht die Genetik, manche Leute sehen einfach nicht so gut. Mein eineiiger Zwillingsbruder hat dieselbe Sehschwäche wie ich - er ist übrigens auch Optiker. 

Wie viele Brillen haben Sie?

Fünf. Ich habe immer eine Lieblingsbrille, die ich dann zwei Jahre lang oft trage. Ich mag neutrale Brillen, die zu allem passen. Die neuste ist von Sol Sol Ito, einer Zürcher Brillenmarke. Ich unterstütze gern lokale Unternehmen.

Gibt es eine Empfehlung, die für alle Brillenträger wichtig ist, abgesehen von der Gesichtsform?

Die Höhe muss stimmen, sie darf nicht zu hoch und nicht zu tief sein und mit der Form der Augenbrauen harmonieren. Und die Brille sollte zum Outfit passen. Wenn man täglich einen Anzug trägt, sollte man auch eine passende Brille wählen.

Welche Brillentrends erwarten uns auf den Winter hin?

Es kommen Gestelle in subtilen Brauntönen und in Orange, Olive und Violett. Die Brillen werden wieder runder und sind vermehrt aus Metall. Randlose Brillen sind im Moment nicht angesagt.

Im Schaufenster steht ein Bild einer Frau mit einem Shrimp im Mund. Sie trägt eine orange Brille. Wenn man genau hinschaut, sieht man, dass sich ihre Augen bewegen.

Genau, das ist die Video-Installation «The Shrimp» von Daniel Cherbuin. Ich habe in meinen Geschäften schon immer regionale Kunst ausgestellt. Besonders interessiert bin ich an den Arbeiten des Berner Künstlers Markus Raetz. Er arbeitet mit unterschiedlichen Materialien und im Mittelpunkt seiner Werke steht die Wahrnehmung. Das ist ein Thema, das mich immer wieder beschäftigt.

Am 25. Oktober, geben Sie einen Workshop, wie man seine eigene Brille designt. Was soll man zum Workshop mitbringen?

Im Optimalfall eine Idee, in welche Richtung es gehen könnte, Bilder von Brillen zum Beispiel. Zum Workshop gehört auch eine Typ-Beratung. Und wir machen ein Foto und laden es in ein Illustrationsprogramm. Dem Bild werden verschiedene Brillen «aufgesetzt» und man kann mit Farben und Formen spielen. So lässt sich eine einzigartige Brille nach Mass kreieren, die man auch mit individueller Gravur vom eigenen Namen oder mit einer Grafik versehen kann. Die besten Varianten werden gespeichert. Im Workshop können wir aber noch keine gebrauchsfertigen Brillen machen.
 

Kann man jede Art von Brille designen?

Selbstverständlich, neben Korrekturbrillen auch Lesebrillen, Sonnenbrillen oder Brillen aus Fensterglas. Oft kommen Schauspieler zu uns, zum Beispiel vom Neumarkttheater oder dem Schauspielhaus, die für ihre Rolle eine Brille mit Fensterglas brauchen.

Wie geht es nach dem Oktober-Workshop weiter?

Wenn jemand seine Designidee umsetzen will, machen wir einen Termin ab.  Allenfalls für einen Sehtest und um Farbe und Material noch einmal durchzugehen. Vielleicht will jemand auch eine Gravur - dort, wo der Markennamen steht, könnte zum Beispiel der eigene Namen eingetragen werden. Die Herstellung der Brille dauert etwa drei bis vier Wochen.

Was macht man eigentlich mit einer Brille, die man nicht mehr braucht?

Brillen, die noch tragbar sind, bringt man zum Optiker. Viele sind mit Hilfswerken in Kontakt, wir zum Beispiel mit World Vision, die die Brillen in verschiedene Länder verteilen. Alte Brillen werden auch für Lehrlinge zum Üben benutzt, zum Beispiel für Reparaturen.

Inwiefern ist Nachhaltigkeit für dich ein Thema?

Nachhaltigkeit ist mir sehr wichtig. Hervorheben möchte ich in dieser Hinsicht die gute Qualität einer Brille, die lange hält. Eine hochwertige Brille die perfekt sitzt ist das Beste für die Nachhaltigkeit.